Worte aus Stille

Lasst Mich gehen,
es war ein langer Tag.
Müde sind Meine Glieder
und weich in der Wärme der Liebsten.
Ich fand viele Zuhause
und jedes zu finden war ein Himmel
und jedem verwiesen zu werden eine Hölle
und dennoch konnte ich nie aufhören
ankommen zu wollen
und dies ist All meine Verletzlichkeit
und Zeugnis All meiner Stärke

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Wut

Ich denke daran, als was für eine Wand ich dich so oft empfunden habe. Was für ein umunstößlicher Betonklotz, nicht klobig, grob, stumpf, sondern klar, fest, entschieden. Ich denke, dass da Wut ist. So viel Energie, mit der ich in dich stoßen will, aber weiß, dass ich mir daran nur wieder und wieder die Zähne ausbeißen kann. Da ist Wut, weil ich angefangen habe mich selber zu brechen, zu schlucken, zu schweigen, weil ich schon wusste, dass du es nicht hören wollen würdest, nicht bereit warst dich zu öffnen, einfach nur zu lauschen, dich auf eine andere Perspektive einzulassen. Und bei jedem Wort zucke ich, weil ich weiß, dass es nicht ganz richtig ist. Du verteilst nur Ratschläge, weil du nicht weißt, wie du anders reagieren sollst, du lässt dich sehr wohl auf andere Perspektiven ein, machst es aber auf deine Art, zu deiner Zeit und willst dir von mir nichts überstülpen lassen. Natürlich liegt es auch an mir, die zu eindringlich redet, selbst versteift bin auf meine Ansichten, … Ich kann nicht wütend sein. Ich kann die Wut nicht in mir brennen lassen, weil sofort das Verständnis wie eine löschende Welle über die schwappt. Dann werde ich traurig. Dann weine ich um mich selbst, weil ich nicht wütend sein kann. Weil ich immer und immer alles und jeden verstehen kann oder es meine zu können. Weil ich mir immer alles selbst wohlwollend erklären kann und wie könnte ich dann noch böse sein? Und dennoch lasse ich alles mit mir machen.

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Es ist Winter

In zeitlos Winterstraßen
schlendernd
dem Geist
-sich tröpfelnd entleerend
in die Nebelnacht-
lauschen
bis sein Gequassel
verhallt

Finden
in der stillen Weite
der winterleeren Stadt
das warme Zimmer
die vertrauten Stimmen
wärmenden Töne
Vertraut
ein Zuhause
im ewigen Wandel
dem Einzigen: Allein
in das
-nach Abenteuern in der Ablenkung-
immer wieder
immer heftiger
zurück

und immer sanfter
liebevoller
wieder heraus.

I owe this night a poem

The album hasn’t even finished, yet,
and the song I always cry to is just starting.

The song is over now and I cried, hard. I am so thankful for this song, I am so thankful for this night and I would be even more thankful for it if I could stand behind it all fully, but I can’t.

That might be the reason I don’t talk about these things, that I’ll write about now, often, but we find each other in the details.

So.
I owe this night a poem and I mean it.
I am so full of feeling,
so full of feeling alive.

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Nachtstimmung

Die Stadt ist viele.

Jede Tür eine Welt.

Die posterbeklebten, beleuchteten, zu rauchigen Bars.

Auch die posterbeklebten- aber andere Poster („meditative Harfenmusik“, „Anthroposophischer Abend“, „Warum 5G uns tötet“, „Einführung in Schubert“)- Glastüren zu kichernden, knisternden Tanzräumen.

Die blitzeblank geputzen, modern designten elektrischen Schiebetüren zu fenster- und bildschirmreichen Büros.

Die metallenen, hölzernen, alten, baufälligen, unauffälligen, zu kleinen Zimmerchen; Schöngeist-Buden:

Jede beherbergt eine Welt

und alle leben, wachsen, gedeihen, altern, verändern

Welche ist meine?

Es sind andere-

die, die mein schneller, zielstrebiger Schritt findet; öffnet

und die, die mich einladen, den zufriedenen, ziellos

Schlendernden.