Gehen

Ihr geht und ich lasse euch gehen,
weil ich euch nicht halten kann,
euren Flug nicht behindern,
obwohl ich manchmal wünschte jemand bliebe,
um mich zu halten.

Ich beobachte eure Flügel,
wie schön sie von unten schimmern –
ich weiß, dass ihr nicht weg seid,
aber ihr seid auch nicht da,
um meine Flügel zu bauen.

Das muss ich wohl alleine machen,
es ist der Moment gekommen,
in dem mir mein Spiegelbild ins Gesicht spuckt,
damit ich endlich ehrlich werde
und zu gehen beginne.

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1.456

Regen trommelte gegen das Fenster. Dem quadratischen Guckloch in der Betonwand, dass sie Fenster nannten.

Mirko saß am Bettende auf dem Pfosten des Metallgestells, einen Fuß gegen den Boden gedrückt, den anderen locker geknickt. Er sah hinaus.

Nein, er sah zu den Tropfen, folgte den silbernen Strähnen mit seinen Augen.

Adrig rot und gelb, kakaofarbene Iris.

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