Ruhe

17 come along 10
Wachs steigt in Kugeln langsam. auf. und. ab. durch, von rotem Licht durchschienene, Flüssigkeit. Stille, untermalt von Klaviermusik. Ich kann die Ruhe an meinen Fingern spüren. Sie verlangsamt sie, wenn ich sie bewegen will; Sie streichelt sie, wenn ich sie still liegen lasse.

Ruhe ist, wenn die Luft im Raum zäh wird. Ein Abend dehnt sich aus, nimmt die ganze Nacht ein. Allein, aber nicht einsam, ruhig und träge, planlos, aber nicht frustriert. Ruhe ist wohl auch Energielos.

Mir fällt unwillkürlich eine Metapher ein. Die von einem Gummiband. Wenn es ganz ruhig, entspannt da liegt, macht es von sich aus nichts. Wie auch? Es hat ja kein Potenzial in sich gespeichert. Erst wenn es gespannt ist, gestresst, hat es Energie in sich, die es nutzen kann.

Oh, toll, eine Metapher. Die kann ich bestimmt problemlos auf das ganze Leben übertragen. Ohne die kleinsten Schwierigkeiten. Na ja, nein. Denn klar, unter Anspannung können wir wohl viel impulsiver sein – in einem gewissen maße, hilft sie uns. Aber ich würde lieber Ruhe in stressige Momente mitnehmen, als Potenzial und auch lieber Potenzial in ruhige Momente, als Stress.

Denn, da liegt so viel Kraft in Ruhe. Fokus. Momente, die sich aufspannen und in mein inneres Einbrennen. Momente, die ich mitnehmen kann, bei mir trage, als Erdung und Masse habe um bei Sturm nicht wegzuwehen. Da ist mein Zimmer, ein roter Stein eines gedämpften Tempels, eine mit weißen Blumen gefüllte Höhle, deinen Elfenbeinturm, Arme, Arme, Arme und die Umarmungen, die sie mir schenken, der Atem, dem ich dabei lausche, den ich zähle, auf den ich mich konzentriere.

All diese ruhigen Momente, so hoffe ich, kann ich mit mir tragen. Denn ich brauche sie. Ich brauche wohl auch Impuls und Energie, doch die sind kein Gegensatz zu Ruhe, nein im Gegensatz, sie sind ihr Fokus, ihre Tanzpartnerin, ihr Halt und ihr Sinn. Ich kann sie nur ausleben, ohne umzufallen, wenn genug Ruhe in mir ist.

Ein Sturm um mich wird dann einfach abgebremst, indem der Sturm in einen Ort in mir, der sich an einen Moment erinnert, in dem die Zeit langsam lief und die Luft zäh war abgelenkt wird, dann kann der Sturm auch nichts mehr machen. Doch ich sehe dann klar und kann meine Energie nutzen.

Dieser Moment hier ist langsam. Eine Lavalampe ihr Inhalt so zäh, wie die Zeit. Die Klaviermusik hat schon lange angehalten und es schwingt nur noch die Erinnerung an sie durch meine Ohren.

Dieser Moment ist ein Boot auf der wir-sind-im-Fluss Metapher von dir. Es heißt „Ruhe Sammeln“ und das macht es auch, aber pass nur auf mich auf, sonst nehm ich alle Ruhe auf, mach nichts mehr, kann nichts mehr tun, als auszuruhen und vielleicht wär ich dann erleuchtet oder tot, ich weiß es nicht, ich weiß nur, jetzt grade wirds nicht so weit kommen, die Ruhe aufgenommen, spring ich, ja schon bald, hinein, in den Wellensturm des Seins.

Autor*in: Mara

Hier siehst du meine Kunst. Ich habe mir angewöhnt, jeden Tag etwas zu zeichnen und schreiben. Ich zeichne jeden Tag in eins meiner sieben kleine Bücher für das Projekt Dayss. Und schreibe immer ein Gedicht für come along. Es geht viel um meine Gefühle. Oft frage ich mich Abends vor dem Schlafen gehen, wie es mir geht und bringe das dann zu Papier. Ich hoffe dir gefällt es hier im Offenen Kunst Raum und vielleicht willst du ja auch selber was teilen. Ich würde mich sehr freuen. Für alle Hinweise zu technischen Probleme oder deine generellen Gedanken oder Fragen zur Website bin ich Dankbar c: Threema: S9P27AFT E-Mail: mara@tapetenresonanz.de Telegram: @ehuzy

Ein Gedanke zu „Ruhe“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.